Senioren die neuen Mieter von morgen?

ltere Frau mit Handy

Die Themen über das Wohnen in unserer verändernden Gesellschaft sind vielfältig und dementsprechend sollten auch die angebotenen Wohnformen sein. Die Flexibilität hat hohe Priorität bei Anforderungen an die künftigen Wohnformen und somit die gegebene Raumstruktur. Einerseits ändern die Wohnbedürfnisse in den verschiedenen Lebensabschnitten und andererseits ändert sich die Bevölkerungsstruktur (Zunahme 1-Personenhaushalte/Singles und ältere Personen). Die Nachfrage nach eher kleineren Wohnungen, welche infrastrukturmässig gut erschlossen sind, steigt. Zudem gewinnt das Gemeinschaftswohnen an Beliebtheit und wird heute schon in verschiedenen Varianten angeboten (individuelle Wohnräume werden mit Gemeinschaftsräumen ergänzt). Der Kostenfaktor dürfte beim Gemeinschaftswohnen ebenfalls eine tragende Komponente spielen (steigende Preise für Wohnraum). Die Vielfalt an verschiedenen Wohnformen ist in den letzten Jahrzehnten stark gewachsen.

Wohnungen mit flexiblen Grundrissen verändern sich mit den Bewohnern mit und helfen die Raumstruktur gemäss Lebensabschnitt-Stadium sinnvoll zu nutzen.

Die „Senioren“ sind die Kunden von morgen. 2030 ist voraussichtlich jeder vierte Bewohner der Schweiz im Pensionsalter. Um älteren Menschen die Chance zu geben, ihre Wohnsituation der aktuellen Lebensphase (d.h. dem Alterungsprozess) anzupassen, sollte ein Umdenken in der Liegenschaftsbewirtschaftung stattfinden. Einerseits sollte genügend Wohnraum für Senioren zur Verfügung stehen und andererseits gibt es wichtige Punkte, welche im Ungang mit den Senioren beachtet werden sollte.

Was sind die Wohnbedürfnisse von Senioren?

  • Eigenständiges Wohnen in den eigenen vier Wänden, alleine oder in Gemeinschaften mit eigenem Bereich (Rückzugsmöglichkeit)
  • Gute Infrastruktur (öffentlicher Verkehr, Einkauf, medizinische Einrichtungen etc.) in nächster Nähe
  • wohnflächenmässig kleinere altersgerechte Wohnungen (kompakter Grundriss) in preisgünstigem Segment
  • Stufenloser Zugang (von Haustüre bis Strasse) und wenn möglich Autozufahrt bis zum Hauseingang (für gehbehinderte Personen)
  • Ruhige und sichere Wohnlage, einfach zu öffnende Hauseingangstüre (kein Kraftakt nötig)
  • Gute Beleuchtung im und um das Haus (Sicherheitsgefühl)
  • Lift (genügend breit zum Wenden von Rollatoren und Rollstühlen) und Bedienfeld für Stockwerke nicht zu hoch
  • Waschküche – wenn möglich im Erdgeschoss – mit Tageslicht, guter Zugang, keine Treppen, kurze hindernisfreie Wege
  • Grünräume / Erholungs- und Begegnungszonen in der Nähe
  • eigene Kompetenzen einbringen können (Mithilfe Haushalt, Unterstützungen bieten in speziellen Kenntnissen wie z.B. Computer, Internet, kochen etc.

Was soll bei „altergerechten“ Wohnungen zusätzlich beachtet werden?

  • Eingangsbereich hell und zusätzliche Abstellfläche z.B. für Rollatoren
  • Privater sonniger Aussenraum (Balkon, Terrasse, Loggia)
  • Bad mit Dusche ohne Stufe, Haltegriffe (1 Badezimmer reicht)
  • Küche nicht zu hoch, benutzungsfreundlich auch für kleinere Personen, einfach zu bedienende Küchengeräte (Elektronik und Höhe)
  • Pflegeleichte Wohnungen (kleine gut zu reinigende Fenster, pflegeleichte Materialien für Bodenbeläge und Oberflächen, Kücheneinrichtung, Badezimmer)
  • Fenster, welche einfach zu bedienen sind (Griffe nicht zu hoch und zu schwergängig)
  • Rollläden (keine Fensterläden), welche leicht zu bedienen sind und wenig Kraftaufwand benötigen

Braucht es einen Umdenkprozess bei den Verwaltungen?

Die Senioren sind die Kunden von morgen. Diese Punkte sollten im Umgang mit potenziellen Mietern der Zielgruppe „Senioren“ beachtet werden:

  • Wohnungsausschreibung: kleinere Wohnungen auch in der Zeitung ausschreiben (die heutigen Senioren sind noch nicht alle im Internet)
  • Reaktionszeit: Den älteren Wohnungs-Interessenten längere Reaktionszeit geben. Diese tun sich mit einem Wechsel häufig schwerer und brauchen eine längere Bedenkzeit
  • Vermietungspraxis: nicht nur junge Mieter sind „gute“ Mieter. Ein 70jähriger Mieter kann beispielsweise noch 10 – 25 Jahre ein ruhiger und dankbarer Mieter sein
  • Durchmischung: Verschiedene Altersklassen in Wohnhäusern anstreben, um die Nachbarschaftshilfe zu fördern
  • Umzüge: Siedlungsinterne Wohnungsumzüge unterstützen (z.B. von grösseren in kleinere Wohnungen), bestehende Mietern vorrangig behandeln
  • Gemeinschaftsräume: Aufenthaltsorte (innen oder aussen) für die Allgemeinheit bzw. für die Mieterschaft zur Verfügung stellen
  • Unterstützung: ältere Personen brauchen mehr Verständnis und Unterstützung in verschiedenen Belangen wie z.B. technische Küchengeräte, Wohnveränderungsprozess (Umzug), persönliche Anliegen etc.

Damit Liegenschaftenverwaltungsfirmen für die Zukunft gerüstet sind, sollten sie in Betracht ziehen, eine firmeninterne zentrale Anlaufstelle für ältere Mieter zu schaffen. Der steigende zusätzliche Zeitbedarf sollte nicht unterschätzt werden.

Kommunikation ist nicht gleich Kommunikation

Auch bei der Vermarktung von Alterswohnungen oder altersgerechten Wohnungen gibt es Punkte, die zwingend beachtet werden sollten. Es gibt Wörter/Bezeichnungen, die vermieden werden sollten, damit sich die Zielgruppe Senioren auch angesprochen fühlt. Jede Alters-Zielgruppe hat andere Ansprüche an die Kommunikation und diese Ansprüche textlich und visuell zu treffen ist das Herzstück jeder Kommunikationsstrategie.

Hilfreiche Tipps und weitere Informationen rund um das Thema Immobilien-Vermarktung finden Sie im Fachordner „Kreislauf Immobilien-Marketing 360°“

oder unter www.immoberatung.ch

 

Immobilien-Marketing 360° – Wochenrückblick 7/2017

bildschirmfoto-2017-02-17-um-12-09-46

Redesign ist online – Vermarktungsblache bestellt

Diese Woche ist die neue Internetseite für die Geschäftsflächenvermarktung gewerbestrasse.ch online geschaltet worden. Details dazu finden Sie auf meinem Blogbeitrag unter www.immoberatung.ch und selbstverständlich stehe ich jederzeit für allfällige Rückfragen zur Verfügung.

Ebenfalls habe ich mich diese Woche mit der Vermarktung der aktuellen Immobilienkurse beschäftigt. Diese werden nur online beworben und zwar mittels:

  • Newsletter
  • Blogbeiträgen
  • persönlichen E-Mails
  • google-Adwords-Anzeigen

Leider, stösst der neu-konzipierte Kurs „kreative Vermarktung von kleineren Geschäftsflächen“ auf relativ kleines Interesse. Dies erstaunt mich  – weil doch gerade hier viel mehr möglich wäre und viele der Leerstände mit ein wenig „mehr“ Vermarktung vermieden werden könnten. Werde diesen Kurs mittels google-Anzeigen etwas pushen.

Als lesenswert kann ich den Artikel zu digitalen Nomaden empfehlen. Interessant in welche Richtung sich ein kleiner Teil unserer Zielgruppe (Mieter für Arbeitsplätze / Geschäftsflächen)  hin entwickelt.

Nun wünsche ich allen Bloglesern eine erfolgreiche Woche und freue mich, Sie auch nächste Woche an dieser Stelle begrüssen zu dürfen.

Herzliche Grüsse

Karin Blömeke
immoberatung.ch

 

 

 

Immobilien-Marketing 360° – Rückblick Arbeitswoche 3/2017

blume_biene__erstvermietung_bearbeitet-1Ich, Karin Blömeke, selbständige Immobilien-Marketing Fachfrau, gebe in meinem Blog wöchentlich Einblick in den gewöhnlichen Arbeitsalltag eines Immobilien-Marketing Profis.

Mein Wochen-Rückblick mit 3k: kreativ-kritisch-kompetent!

Diese Arbeitswoche – welche für mich im Normalfall 2 – 3 Arbeitstage und einige Abendstunden umfasst – war ich fast vollständig mit der Internetseite und der Vermarktungsbroschüre des Erstvermietungsprojektes in Glattbrugg beschäftigt.

Der kreative Teil ist abgeschlossen d.h. das Layout und die Bilder sind bestimmt. Diese mussten jedoch bereits zum Zeitpunkt der Auftragsvergebung für die Vermarktungstafel und die Blache für das Baustellengerüst bestimmt sein.

Nun geht es neben dem interessanten Teil der Projekt- und Lagebeschreibung (micro/macro) um den doch eher „mühseligen“ Pflichtteil der einzelnen Wohnungsbeschreibungen, Wohnungsangaben und Grundrisse im CMS damit diese auf der Internetseite erscheinen. Aber heute (Freitag Nachmittag) ist auch diese Arbeit mehr oder weniger erfolgsversprechend abgeschlossen. Nachdem die bestehenden Interessenten ausführlich über das Projekt informiert worden sind, dürfen nun alle Interessierten sich unter www.oberhauserstrasse.ch ein Bild vom Projekt machen.

Wieso habe ich im Layout ein Blume gewählt? Ich wollte in den kalten oft grauen Wintertagen etwas Farbe hineinbringen und darauf hinweisen, dass die Wohnungen im Spätsommer bezugsbereit sind. Ebenfalls kann das Bild Emotionen vermitteln was bei einer Aussenansicht vom Haus eher schwierig wäre (Immobilie = eher kaltes, neutrales Produkt). Und zuletzt soll der Vermarktungs-Auftritt ja schliesslich auffallen und Interesse wecken.

Ach ja und fast vergessen. Dem säumigen Bezahler des bestellten Fachordners habe ich eine freundliche Nachricht auf der Firmen-Facebookseite hinterlassen und warte nun auf eine Reaktion. Ich werde Sie auf dem Laufenden halten und wünsche Ihnen ein angenehmes und erholsames Wochenende.

Herzliche Grüsse,
Karin Blömeke

Immobilien-Marketing 360° – Rückblick einer normalen Arbeitswoche

 Ich, Karin Blömeke, selbständige Immobilien-Marketing Fachfrau, gebe in meinem Blog gerne Einblick in den gewöhnlichen Arbeitsalltag eines Immobilien-Marketing Profis.

Mein Wochen-Rückblick mit 3k: kreativ-kritisch-kompetent!

Woche 2, 2017 (meine erste Arbeitswoche im neuen Jahr)

Neues Jahr, neuer Vorsatz, neue Ideen und neue Umsetzungen. Ich werde nun jeden Freitag einen kurzen Wochenrückblick über meine Arbeiten und Eindrücke veröffentlichen.

Diese Woche habe ich diejenigen Personen bzw. Firmen gemahnt, welche vor langer Zeit bei mir meinen Fachordner bestellten, aber bis heute nicht bezahlt haben. Dieses Vorgehen ist für mich nicht nachvollziehbar und noch weniger verständlich, wenn diese auf keinem gewöhnlichen Kommunikationsweg wie Brief, Mail oder Telefon erreichbar sind. Ich überlege mir, ob ich einen Hinweis auf deren übersichtlich gestalteten Firmen-Facebookseite hinterlassen soll und damit auch gleich prüfen, ob die Kommentare wenigstens da gelesen werden. In Social Media sollte immer schnell reagiert werden.

Für das startende Immobilien-Vermarktungs-Projekt mit 19 Mietwohnungen in Glattbrugg versuche ich seit anfangs Dezember 2016 eine Vermarktungstafel auf das Grundstück – an stark frequentierter Lage – fertig montieren zu lassen. Nachdem ich die Daten 2 x senden musste (weil nicht mehr auffindbar) und dann die Weihnachtstage dazwischen kamen, warte ich nun auf ein definitives Montagedatum. Hoffentlich bedeuten der Schnee und die Kälte nicht nochmals eine Verzögerung.

Da sich die Immobilie erst im rohbauähnlichen Zustand befindet, wird die Vermarktung mit Visualisierungen unterstützt. Nachdem ich die Zielgruppen, Ausstattung und Möblierungsvorschläge noch vor den Festtagen definiert hatte, sind einige Visualisierungen bereits fertig und bei den anderen müssen nur noch kleine Korrekturen vorgenommen werden. Die Bilder sind sehr ansprechend geworden und haben sogar einen farblichen Bezug zum restlichen Layout der Vermarktungsunterlagen.

Geniessen Sie den Ausblick aus der gemütlichen Loggia der Dachwohnung.

Ich wünsche Ihnen ein erholsames Wochenende mit Sonne und hoffentlich auch etwas Winter.

Karin Blömeke
immoberatung.ch

Immobilien und die richtigen Konzepte

Braucht es Konzepte im Immobilien-Marketing oder reicht als Grundlage zum Vermarktungserfolg auch einfach nur eine Portion Erfahrung? Auf diese Frage werden Sie nach dem Lesen des Artikels sicher die passende Antwort finden.

Ein Konzept auszuarbeiten ist nicht schwer, aber dafür umfangreich – wenn man es ordentlich machen will. Konzept heisst nichts anderes als ein grober Plan, der die Massnahmen zur Erreichung eines Ziels auflistet oder beschreibt.

Da bei Immobilien-Projekten immer mehrere Parteien involviert sind und die Umsetzungsdauer meist über 15 Monate bis hin zu mehreren Jahren dauert (je nach Grösse und Komplexität des Projektes) ist eine detaillierte Planung unerlässlich. Die wechselnden Projektteilnehmer – je Projektfortschritt – erschweren den optimalen Prozess- und Informationsfluss zusätzlich.

Mein Credo: Immobilien-Marketing kennt viele Lösungen, aber nur einen zielführenden Weg: Analyse – Planung – Umsetzung und Kontrolle. Oberstes Ziel des Immobilien-Marketings muss sein: einer örtlich vorhandenen Zielgruppe das auf sie zugeschnittene Produkt bereit zu stellen und somit eine effiziente Vermarktung mit daraus resultierenden Kosteneinsparungen zu gewährleisten.

Bei der Planung (Projekt-Planungsphase) – welche nach einer Standort-und Marktanalyse – erfolgt, stehen u.a. folgende Konzepte zur Verfügung:

  • Marketingkonzept
  • Nutzungskonzept
  • Kommunikationskonzept
  • Vermarktungskonzept

Mittels der Erstellung eines Konzeptes werden Ideen, Gedanken, allfällige Probleme etc. geordnet und kontrolliert aufgearbeitet und festgehalten. Gibt es Veränderungen in der Zusammensetzung des Projektteams, können sich neu Dazugestossene schnell und unkompliziert in das Projekt einarbeiten und informieren. In meiner 10-jährigen Tätigkeit in Immobilien-Projekten habe ich schon einige Male erlebt, dass ganze Teams ausgewechselt wurden und ich in der Funktion als externer Immobilien-Marketingberater als einzige Person einen detaillierten Gesamt-Überblick über bereits getroffene Entscheidungen hatte.

Obwohl die Inhalte meistens ähnlich sind, können Konzepte nicht einfach kopiert werden. Die Gliederung ist jedoch immer dieselbe. Jedes Konzept gliedert sich in die drei Hauptteile:

  • Analyseteil: zeigt die Ausgangslage sowie die Situationsanalyse auf
  • Strategieteil: formuliert die Zielsetzung(en), die Zielgruppen, die Kommunikationsinhalte sowie die Strategie
  • Massnahmenteil: beschreibt die Massnahmen, das Budget und die Erfolgskontrolle

Bevor auf die Unterscheidung der verschiedenen Konzepte eingegangen wird, ist festzuhalten, dass die Einflussnahme auf das endgültige Produkt Immobilie – je nach Projektfortschritt – immer kleiner wird. Kann beim Marketing- bzw. Nutzungskonzept noch auf die Objekt-Grösse und Ausbau, Wohnungsmix etc. Einfluss genommen werden, ist dies beim Vermarktungskonzept fast nicht mehr möglich. Des Weiteren werden je nach Projektstand andere Konzepte benötigt (siehe Grafik/Quelle immobilien-marketing360°).

bildschirmfoto-2017-01-09-um-08-55-45

Wie lassen sich die Konzepte abgrenzen bzw. welche Unterscheidungsmerkmale weisen diese auf? Beispielsweise der Inhalt des Marketingkonzepts ist mit weniger Details behaftet als das Vermarktungskonzept. Im Marketingkonzept werden vor allem richtungweisende Massnahmen (Stossrichtungen) vorgegeben. Konkret handelt es sich dabei um Definitionen/Festlegungen der Instrumente (price, product, place und promotion), Zielgruppen, Einsatzgebiete, Umsetzungsdauer etc. (eine detaillierte Übersicht finden Sie im Fachordner Immobilien-Marketing 360°).

Zusammengefasst sind dies die wichtigsten Vorteile einer Konzepterstellung:

  • Erstellung einer theoretischen Grundlage inkl. Ideensortierung und Priorisierung
  • schriftliche Basis/Zusammenfassung aller relevanten Faktoren und Informationen
  • gezielte Planung und ganzheitliche Betrachtungsweise (360°)
  • Formulierung konkreter Ziele
  • Konzentration auf das Wesentliche
  • Orientierungsrahmen mit Zwischenzielen
  • Termin-, Budget- und Erfolgskontrolle
  • leichtere Informationsübergabe Dritte und neue Projektmitglieder

Für allfällige Fragen bzw. Hilfestellungen stehe ich Ihnen bei der Erstellung Ihres nächsten Konzeptes gerne zur Verfügung.

Immobilien-Marketing: richtiger Mix & Portion Mut!

Classic retro flying superhero with red capeZum richtigen Mix gehört eine Portion Mut!
Immobilien-Marketing fängt bereits bei der Planung der Immobilie an. Auf das Analysieren des Standortes und Marktes folgt das Ausarbeiten des Wohnungsangebotes (Wohnungsmix), der Wohnungstypen und -grössen, der Ausstattung sowie der Nebenräumlichkeiten wie z.B. Umgebungsgestaltung, Kellerräume, Gemeinschaftsräume etc.

Das Herzstück der Analyse: eine sorgfältige Zielgruppenbestimmung
Das Produkt Immobilie muss auf die Bedürfnisse der in der Analyse bestimmten Zielgruppe ausgerichtet werden. Hierzu braucht es eine Portion Mut, um von den altbekannten „Baumuster“ abzuweichen und allenfalls auch die Eigentümer von Neuem zu überzeugen. Beispielsweise werden immer noch am häufigsten 3.5-Zimmer und 4.5-Zimmerwohnungen gebaut und dies auch, wenn die Standort-/Marktanalyse wie auch die Bevölkerungsentwicklung klar aufzeigen, dass effiziente kleinere Wohnungen (2 – 3-Zimmer) am Standort gefragt sind.

Wo bleibt hier der Mut zu einer neuen Richtung?
Da stellt sich mir die Frage, warum im letzten Projekt – in einem grossen Neubaugebiet – der von mir vorgeschlagene hälftige Anteil  an 2.5-Zimmer-Wohnungen gekürzt und auf den „normalen“ kleinen Anteil gesetzt wurde mit dem Resultat, dass die kleinen Wohnungen nun heute bereits alle vermietet sind und die Vermietung der grösseren Wohnungen sehr harzig verläuft? Im Glattpark hingegen wurde mit dem Projekt Minmax mutig nur auf Kleinwohnungen (1.5 – 2.5-Zi-Wohnungen) gesetzt und der Mut wurde belohnt. Bis auf 3 grössere und 2 Wohngemeinschaftswohnungen sowie 3 EG-Ateliers sind alle der rund 100 Wohnungen bereits vermietet (Erstbezug 1.10.2016). Der Vermietungserfolg bestätigt demnach diesen Nachfrage-Trend.

Was heisst effiziente Wohnungen?
Flächenmässig sollten die Wohnung eher am unteren Durchschnitt liegen dafür praktische, individuell nutzbare Grundrisse aufweisen mit genügend zusätzlichem Stauraum und die Anforderung „stufenlos“ versteht sich von selbst. Dank kleineren Wohnflächen können die Wohnungen auch im unteren- bis mittleren Preissegment angeboten werden was wiederum die potenzielle Zielgruppe vergrössert.

Wieso zurück zu Kleinwohnungen?
Laut Hochrechnungen vom Bundesamt für Statistik (BfS) werden die Haushalte in der Schweiz in den nächsten Jahren stark zunehmen. Einerseits wegen Zuwanderung und andererseits wegen unserer immer älter werdenden Bevölkerung. Wachsen werden vor allem die 1 bis 2 Personenhaushalte mit älteren Leuten. Diese Zielgruppe hat andere Bedürfnisse an ihren Wohnraum wie auch an die Beratung und Vermarktungsablauf und diesen Ansprüchen werden meines Erachtens bis heute zu wenig Bedeutung geschenkt. Senioren brauchen mehr Zeit, um sich für Neues zu begeistern bzw. Entscheidungen zu fällen.

Welche Bedürfnisse haben Senioren an ihren Wohnraum?
Gefragt sind wohnflächenmässig kleinere Wohnungen jedoch mit genügend Räumen für Rückzugsmöglichkeiten und für Besucher (Freunde einladen). Ideal wäre ein zusätzlicher Gemeinschaftsraum sowie ein dazu mietbares Besucherzimmer/Satellitenzimmer. Die Wohnung sollte ausgestattet sein mit Dusche ohne Stufe aber mit Haltegriffen (1 Badezimmer reicht), Küche und Schränke nicht zu hoch, benutzungsfreundlich auch für kleinere Personen, einfach zu bedienende Küchengeräte (Elektronik und Höhe), pflegeleichte gut zu reinigende Fenster, sowie Bodenbeläge und Oberflächen, einfach zu bedienende Fenster mit Rollläden (Griffe nicht zu hoch und zu schwergängig) etc. Zudem bevorzugen ältere Wohnungsbewohner eine ruhige und sichere Wohnlage mit Erholungs- und Begegnungszonen in der Nähe.

Lebensphasen werden immer länger
Früher lebten ältere Personen nach der Pensionierung noch einige Jahre aktiv in der bisherigen Wohnung oder im eigenen Haus und machte sich dann mit dem Gedanken vertraut, irgendwann in ein Altersheim zu ziehen, weil sich körperliche Gebrechen bemerkbar machten oder weil der Haushalt alleine nicht mehr zu bewältigen war.
Heute ist die „aktive Seniorenphase“  immer länger dank der steigenden Lebenserwartung. Eine Studie zeigt, dass viele 70-Jährige auch gerne nochmals umziehen in eine neue Wohnung, die ihren veränderten Bedürfnissen besser entspricht als das zu gross gewordene Eigenheim. Je älter die Senioren dann werden, je wichtiger werden ihnen die eigenen vier Wände und die Umgebung. Die Senioren werden eine wichtige künftige Zielgruppe sein – und irgendwann gehören auch wir dazu.

Da mir die Senioren und ihre Wohnbedürfnisse sehr am Herzen liegen und ich die Problematik der Wohnungssuche im eigenen Umfeld immer wieder erlebe, versuche ich ihre Anliegen in der Immobilien-Branche zu platzieren – die Senioren haben selten die Möglichkeit dazu.

Weitere Informationen zur Zielgruppenbestimmung,  Bevölkerungsentwicklung und dem Projekt MinMax im Fachordner „Kreislauf Immobilien-Marketing 360°“ oder unter www.immobilienmarketing360.ch.

Immobilien-Marketing nur für Neubauten?

thumb_IMG_7708_1024

„Immobilien-Marketing kann nur bei Neubauten eingesetzt werden“.
Diese Bemerkung höre ich immer wieder von meinen Teilnehmern in der Immobilien-Weiterbildung. Selbstverständlich stimmt diese Aussage nicht.
Der Einfluss vom Immobilien-Marketing und die Möglichkeiten sind bei Bestandesbauten zweifelsfrei etwas eingeschränkt, aber sinnvoll ist der Einsatz auf jeden Fall. Leerstände können bei gezieltem Immobilien-Marketing verkürzt bzw. ganz vermieden werden und zudem hat die Immobilien-Vermarktung den positiven Nebeneffekt, dass die Firma ebenfalls an Bekanntheit gewinnt und sich als professionelles Unternehmen positionieren kann.

Immobilien-Marketing eine lebenslange Begleitung
Der ideale Einsatz von Immobilien-Marketing dauert über die ganze durchschnittliche Lebensphase einer Immobilie d.h. über 80 – 100 Jahre. Gerade wenn die Liegenschaften in die Jahre kommen und sich die Vermietung nicht mehr so einfach gestaltet oder ev. eine Renovation oder Erweiterung ansteht, ist der Zuzug von Immobilien-Marketing-Spezialisten angesagt. Diese überprüfen Standort, Preisniveau und die mögliche Zielgruppe und stimmen darauf die Vermarktungs-Instrumente ab. Die Möglichkeiten sind vielfältig und sollten genau auf die Eigenheiten und Situation der Immobilie sowie der vordefinierten Zielgruppe abgestimmt sein.

Vermarktung on- oder offline?
Soll die Vermarktung mit Zeitungsinseraten oder doch besser mit YouTube-Filmen durchgeführt werden? Dies wird grösstenteils durch die Zielgruppe bestimmt, welche angesprochen werden soll. Die Altersgruppe 65+ wird über das Zeitungs- bzw. online-Inserate sicher besser erreicht als über Facebook. Falls aber Käufer für Lofts mit Industrie-Charme gesucht werden, darf das Social Media Marketing auf keinen Fall fehlen. Allerdings sollte hier unbedingt ein Social-Media-Profi hinzugezogen werden.

Fazit: Immobilien-Marketing sollte immer eingesetzt werden, jedoch die Dosierung und die Instrumente verändern sich über die Lebensphase der Immobilie.

Autor: Karin Blömeke, immoberatung.ch