Welche Zielgruppe gesucht?

Welche Zielgruppe soll das Plakat hoch oben auf dem Dach ansprechen?

Obwohl in Zürich und Umgebung zur Zeit viel Gewerbe- und Bürofläche neue Mieter suchen, ist die Vermarktung der leerstehenden Flächen – teils grosse Flächen bis zu ganzen Gebäuden – oft nicht zielführend und nicht zuletzt infolge mangelhafter Ausführung. Die Flächen stehen teils über Monate bis zu mehreren Jahren leer.

Ich bin jedoch davon überzeugt, dass jeder Leerstand in nützlicher Frist behoben werden kann.  Ich habe selber schon über längere Zeit leerstehende Flächen mit Erfolg vermieten können und dies obwohl es sich um ältere Räumlichkeiten handelte und diese sich nicht an Top-Lagen befanden sondern in absolut ländlicher Umgebung.

Durch konsequenten Einsatz von Immobilien-Marketing und persönlichem Engagement kann für jede Fläche der passende Mieter gefunden werden.

Vorausgesetzt der Mietpreis ist marktgerecht. Hier setzt das Immobilien-Marketing nämlich bereits ein. Zu Beginn eines erfolgreichen Vermarktungsprozesses steht eine kurze Standort-/Marktanalyse wo das Preisgefüge, die Konkurrenzangebote und der Standort samt Infrastruktur detailliert analysiert wird.
Anhand der Resultate und Auswertungen und unter Miteinbezug des bereits bestehenden Mietermixes wird die Zielgruppe bestimmt, welche für die Räumlichkeiten in Frage kommt. Gerade bei Gewerbeflächen kann es gut sein, dass mehrere verschiedene Zielgruppen in Frage kommen, was beim nächsten Schritt berücksichtigt werden muss: Erstellen eines Vermarktungskonzeptes. Hier kann bestimmt werden wie z.B. verschiedene Zielgruppen erreicht werden können:

  • gleichzeitig ansprechen, jedoch mit verschiedenen Kommunikationsmitteln und Kanälen
  • nacheinander (zeitlich versetzt – Phasensystem) mit Priorisierung

Weitere Punkte wie Zielsetzungen, Zuständigkeiten, Budget, Festlegung Kommunikationsinstrumente, Naming/Logo, zeitlicher Rahmen sowie Massnahmenplanung bei nicht erreichen der gesetzten Ziele bis hin zu kleinen baulichen Massnahmen am Gebäude. Gerade bei älteren Gebäude kann letzteres sehr viel bewirken, indem das Gebäude den heutigen Bedürfnissen der Suchenden angepasst werden kann oder einfach mit mehr Aufmerksamkeit besticht.

Mit Kreativität und professionellem Auftritt sich von der zahlreichen Konkurrenz abheben

Bei Büro- und Gewerbeflächen gehört heute online-Marketing zwingend dazu. Ein einfaches Inserat auf den gängigen Online-Immobilien-Marktplätzen reicht schon lange nicht mehr aus. Zumal die meisten online-Portale für Wohnliegenschaften und nicht Büro- und Gewerbeflächen entwickelt wurden.

Beispielsweise kann ein Internetauftritt als Basiskommunikationsmittel eingesetzt werden. Alle anderen Kommunikationsmittel wie z.B. online und Zeitungs-Inserate, Blachen etc. verweisen mittels URL-Hinweis auf die Internetseite. Eine eigene Internetseite für einen bestimmten Leerstand hat den Vorteil, dass dieser Auftritt ganz auf die Eigenheiten des Leerstandes bzw. Räumlichkeiten eingehen kann und die vordefinierte Zielgruppe somit optimal ansprechen kann. Die Verknüpfung der verschiedenen Kommunikationsmittel on- und offline heisst mit Fachbegriff „crossmedia„.

Zudem sollte bei Besichtigungsterminen den Interessenten Unterlagen (Doku oder Flyer) über das Objekt abgegeben werden können. Dies zeugt einerseits von professionellem Verhalten und andererseits hat der Interessent etwas „Handfestes“ was er bei Bedarf auch in einem Gremium z.B. Geschäftsleitung vorlegen kann.

Zu guter Letzt sollte auch das Nachfassen nach einigen Tagen nicht vergessen gehen. Eine kurze Rückfrage, ob noch Fragen offen sind oder noch Unterlagen für die Entscheidungsfindung fehlen, kann Sie und Ihre Liegenschaft wieder ins Gespräch bringen.

Fazit: Mit Immobilien-Marketing sich von der Konkurrenz abheben, ist auch bei Gewerbe- und Büroflächen (älteren Datums)  und auch mit einem kleinen Budget problemlos möglich. Gefragt sind Kreativität und persönliches Engagement.

Autorin Karin Blömeke, immoberatung.ch

 

 

 

 

 

Wohnung sucht Senior

Zielgruppe Senioren, Alterswohnen
aktive Senioren

Diese Tatsache würde ich mir wünschen. Genügend passenden und zahlbaren Wohnraum für unsere Senioren. Meiner Meinung nach gibt es zwei Arten der Zielgruppe Senioren: die „aktiven“ und die „häuslichen„. In meinem letzten Blogeintrag hatte ich angekündigt, über ein aktuelles Wohnsuch-Problem von Senioren zu erzählen.

Ich nenne das aktive Seniorenpaar Anna und Paul Muster, beide etwas über 80 Jahre alt, die letzten 20 Jahre in einer Mietwohnung in Pfäffikon nähe Bahnhof und See gewohnt. Anna bevorzugt es täglich im Pfäffikersee ein Bad zu nehmen, Paul ist engagierter Naturliebhaber und unternimmt mit seinen Enkel gerne ausgiebige Ausflüge im Wald.
Die Namen sind frei erfunden, der Rest zu 100% authentisch.

Vor ein paar Wochen erhält das Ehepaar Muster nach über 20-jähriger Mietdauer die Wohnungskündigung infolge Liegenschaftssanierung. Der Vermieter, eine bekannte Liegenschaftenfirma, schickt die ordentliche Kündigung mit der gesetzlichen Kündigungsfrist von 3 Monaten wie immer mit der eingeschriebenen Briefpost. Eine mündliche Voronrientierung der langjährigen und absolut unproblematischen Mieter haben sie in keiner Weise in Betracht gezogen.

Anna und Paul brauchen  erst einmal ein paar Tage, um die Tragweite dieser in ihr Lebend einschneidende Änderung zu verstehen. Als sie sich wieder gefangen haben, reden sie mit Bekannten und auch mit der Verwaltung. Diese beschränkt die Hilfe darauf, ihnen die frei gewordenen Wohnungen, welche auch auf dem Internet bereits publiziert sind, in Ausdrucksformat zukommen zu lassen.

Paul verbringt nun viel Zeit vor dem Computer und sucht nach geeigneten Wohnungen. Ihr beschränktes Budget von max. CHF 1’500.– inkl. Nebenkosten macht die Suche in einer grösseren Stadt wie Pfäffikon nicht gerade einfacher. Die Anforderung an ihre neue Wohnung sind nicht gross: 3 – 3.5-Zimmer, zentrale und ev. ruhige Lage in Pfäffikon (nicht am Berg), kleiner Balkon oder Gartensitzplatz und bis zum 1. Stock ohne Lift möglich, danach nur mit Lift. Das Auto bräuchte noch einen Parkplatz, aber Paul spielt schon länger mit dem Gedanken, dass er das Auto kurzfristig verkaufen möchte.

Und wie geht die Geschichte weiter? Haben die beiden schon eine Wohnung gefunden? Leider nein und das hängt von mehreren Faktoren ab. Es ist bekannt, dass sich ältere Leuten mit Entscheidungen wie Wohnungswechsel schwerer tun (bekannte Umgebung verlassen wie Nachbarn, Infrastruktur etc.) d.h. dass sie nach einer Wohnungs-besichtigung mehr Bedenkzeit brauchen als ihre jüngeren Mitinteressenten. Hinzu kommt das ungewohnte Anmelde-Formular ausfüllen, ev. einen Begleitbrief verfassen, eine Betreibungsauskunft zu besorgen und wenn es die Unterlagen dann bis zum Verwalter auf den Tisch schaffen, wird sich dieser wahrscheinlich kaum für ein 80-jähriges Ehepaar entscheiden, wenn andere Mietinteressenten vorliegen – was mir auch meine Kursteilnehmer immer wieder bestätigen.

Aber warum eigentlich? Was spricht gegen ältere solvente Mieter? Haben Verwaltung Angst vor einem baldigen erneuten Mieterwechsel? Wer garantiert, dass jüngere Mieter länger bleiben? Heute sind fast 20% der Schweizer Bevölkerung im Pensionsalter (Tendenz steigend), fühlen sich durchschnittlich 10 – 15 Jahre jünger als das biologische Alter, sind aktiv und mobil und möchten oder müssen auch im Pensionsalter öfters einmal noch die Wohnung wechseln.

Also gebt unseren Senioren eine Chance und unterstützt ihre Mobilitätswünsche wie z.B. ein Wohnungswechsel – sie werden es euch danken.

Wer möchte bei der Problemfindung helfen und diesem aktiven und lebensfreudigen Ehepaar eine Chance für eine neue Mietwohnung geben? Ich freue mich über jeden Hinweis! Bitte Liken und Teilen!

 

 

 

Liftruine und Alterswohnungen

Gestern bin ich an einer Liftruine vorbeigefahren und musste einfach ein Foto machen. Da wo vor kurzem noch ein mehrstöckiges Haus stand, steht jetzt noch der Turm der  8 Etagenlift-Türen. Das abgebrochene Haus machte mir nicht den Eindruck, als ob es mit Sanierungsmassnahmen nicht auf aktuelle Bedürfnisse hätte angepasst werden können. Wo bleibt hier der Nachhaltigkeitsgedanke? In Zürich werden täglich Gebäude abgerissen, um die maximalen Grundstücksausnutzungen mit einem Neubau optimal umsetzen zu können.

Die bereits angebrachte Vermarktungstafel zeig, dass hier das neue Alterszentrum Trotte entstehen wird. Meine Nachforschungen auf der Internetseite des Hochbau-Departements der Stadt Zürich ergaben dann, dass der Nachhaltigkeit neben den Kosten beim Neubau – versus Sanierungsgedanken – sehr wohl Rechnung getragen wurden. Hier entsteht ein Neubau mit 95 Wohneinheiten für ältere Personen.

Auch Alterszentren sind im Wandel und beim 1960 erstellte Alterszentrum Trotte in Zürich Wipkingen  wäre eine umfassende Erneuerung unerlässlich gewesen. Aufgrund des Umstandes, dass die Sanierungskosten fast gleich teuer zu stehen gekommen wären wie ein Neubau, wurde gegen die  Instandsetzung entschieden.

Der Neubau wir nicht nur den heutigen Bedürfnissen (Zimmergrösse, Einrichtung, Struktur etc.) entsprechen, er wird durch den Minergie-P-Standard auch ökologisch vorbildlich sein.

Mich persönlich freut, dass mit dem Neubau Raum geschaffen wird, welcher den heutigen Bedürfnissen der Zielgruppe „Senioren“ gerecht wird. Die Zielgruppe „Senioren“ liegt mir besonders am Herzen. Obwohl gemäss BfS bekannt ist, dass die Zielgruppe 65+ in den nächsten 50 Jahren um 90% zunehmen wird (das entspricht ca. 1.2 Mio. Personen) reagiert -meiner Meinung nach- die Baubranche bzw. die Investoren nicht stark genug in der Umsetzung des künftig gewünschten bzw. gebrauchten Wohnraumes. Bevorzugt gebaut wird immer noch, was in den letzten Jahren erfolgreich abgesetzt werden konnte: 3.5- und 4.5-Zimmer-Wohnungen.

Unsere Zielgruppe „Senioren“ ist mobiler geworden und zieht auch gerne mit 70 Jahren noch in eine andere Mietwohnung- oder von ländlichem Eigentum in eine zentraler gelegene Mietwohnung. In meinem näheren Umfeld erlebe ich immer wieder, dass ältere Personen, welche umziehen möchten bzw. umziehen müssen (Sanierungsmassnahmen der Mietwohnung) von den Verwaltungen kaum ein Chance auf eine passende Wohnung kriegen. Bei mehreren Bewerbern werden oft jüngere Personen bevorzugt. Weshalb? Darf ein 80-Jähriger, welcher 20 Jahre in derselben Mietwohnung gewohnt hat, welche jetzt einem Neubau weichen muss, nicht mehr in eine Mietwohnung ziehen? Ist er zu alt um eigenständig zu leben? Trägt man unserer durchschnittlichen Lebenserwartung Rechnung, kann diese Person noch mindestens 5 – 10 Jahre ein sehr dankbarer und ruhiger Mieter sein. Mehr zu diesem Thema in meinem nächsten Blog.

Autorin: Karin Blömeke, immoberatung.ch

 

 

 

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Mit „Auffallen“ zu neuen Büro-Mietern

Das Vermarktungs-Ziel „Auffallen“ gelingt oft durch kreatives Immobilien-Marketing.

Gerade bei viel Leerstand spielt das Auffallen und somit das Abheben von der Konkurrenz eine wichtige Rolle. Neben der Marktfähigkeit (Produktausstattung, Preis, Lage etc.) kann durch eine gezielte Immobilien-Vermarktung sehr viel bewirkt werden. Oft genügt eine wirksame Insertion auf homegate.ch in Verbindung mit einer ausführlichen Internetseite, Werbung/Information vor Ort (Point of Property) und eventuell zu einem späteren Zeitpunkt noch online-Marketing oder gezielte Plakatwerbung an bestimmten Standorten (crossmedia).

Imagewerbung inbegriffen
Das „Auffallen“ hat nicht nur einen positiven Effekt für die Immobilien – es hilft auch, den Bekanntheitsgrad des Unternehmens zu steigern. Mit der Vermarktung von Immobilien wird neben dem Produkt nämlich auch die Firma in den Fokus gerückt (= duales Marketing) und dies wird wiederum durch einen kreativen Marketing-Auftritt vereinfacht.

Kunden wollen betreut werden
Bei einer zielgruppengerechten und zeitlich optimal ausgeführten Vermarktung werden sich Interessenten für Besichtigungen melden. Wird diesen Interessenten im künftigen Prozess jedoch zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt, werden die Abschlüsse ausbleiben.

Für den ersten Eindruck bleibt nur eine Chance was wiederum heisst, dass der Vermarkter seine Objekte inklusive Umgebung sehr gut kennen muss. Hierzu wäre vorgängig eine kurze Standort-/Markt-Analyse angesagt, um auf Fragen kompetent Auskunft geben zu können. Kein Interessent sollte vor Ort verabschiedet werden, ohne ein Flyer/Dokument zu erhalten, welches die wichtigsten Angaben über das Objekt enthält. Oft muss er das besichtigte Objekt später einem Gremium vorstellen (z.B. Geschäftsleitung) und so hat er die wichtigsten Angaben inklusive Bilder gleich zur Hand.

Späteres Kontaktaufnehmen ist erwünscht und kann allfällige noch vorhandene Fragen bzw. Unsicherheiten aus dem Weg räumen.

Fazit: nur durch positives „Auffallen“ können Unternehmen und Immobilien-Objekte sich von der zahlreichen Konkurrenz abheben – und dies fängt bei der Vermarktung an und endet beim persönlichen Kontakt.

Autor: Karin Blömeke, immoberatung.ch

Immobilien-Marketing nur für Neubauten?

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„Immobilien-Marketing kann nur bei Neubauten eingesetzt werden“.
Diese Bemerkung höre ich immer wieder von meinen Teilnehmern in der Immobilien-Weiterbildung. Selbstverständlich stimmt diese Aussage nicht.
Der Einfluss vom Immobilien-Marketing und die Möglichkeiten sind bei Bestandesbauten zweifelsfrei etwas eingeschränkt, aber sinnvoll ist der Einsatz auf jeden Fall. Leerstände können bei gezieltem Immobilien-Marketing verkürzt bzw. ganz vermieden werden und zudem hat die Immobilien-Vermarktung den positiven Nebeneffekt, dass die Firma ebenfalls an Bekanntheit gewinnt und sich als professionelles Unternehmen positionieren kann.

Immobilien-Marketing eine lebenslange Begleitung
Der ideale Einsatz von Immobilien-Marketing dauert über die ganze durchschnittliche Lebensphase einer Immobilie d.h. über 80 – 100 Jahre. Gerade wenn die Liegenschaften in die Jahre kommen und sich die Vermietung nicht mehr so einfach gestaltet oder ev. eine Renovation oder Erweiterung ansteht, ist der Zuzug von Immobilien-Marketing-Spezialisten angesagt. Diese überprüfen Standort, Preisniveau und die mögliche Zielgruppe und stimmen darauf die Vermarktungs-Instrumente ab. Die Möglichkeiten sind vielfältig und sollten genau auf die Eigenheiten und Situation der Immobilie sowie der vordefinierten Zielgruppe abgestimmt sein.

Vermarktung on- oder offline?
Soll die Vermarktung mit Zeitungsinseraten oder doch besser mit YouTube-Filmen durchgeführt werden? Dies wird grösstenteils durch die Zielgruppe bestimmt, welche angesprochen werden soll. Die Altersgruppe 65+ wird über das Zeitungs- bzw. online-Inserate sicher besser erreicht als über Facebook. Falls aber Käufer für Lofts mit Industrie-Charme gesucht werden, darf das Social Media Marketing auf keinen Fall fehlen. Allerdings sollte hier unbedingt ein Social-Media-Profi hinzugezogen werden.

Fazit: Immobilien-Marketing sollte immer eingesetzt werden, jedoch die Dosierung und die Instrumente verändern sich über die Lebensphase der Immobilie.

Autor: Karin Blömeke, immoberatung.ch